Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Clemens Lübbers
Dr. med. Jens Tausendfreund
Dr. med. Andreas Behra
Dr. med. Felix Borcherding
Tiergartenstraße 130 · 30559 Hannover

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Kinderorthopädie

Oftmals wird angenommen, dass Kinder im orthopädischen Sinne wie kleine Erwachsene zu betrachten sind. Dies ist falsch. Vom Säuglingsalter bis zum herangewachsenen Jugendlichen ist der Haltungs- und Bewegungsapparat den speziellen Gesetzmäßigkeiten von Wachstum und Reifung unterworfen. Es gelten somit in der Kinderorthopädie andere Kriterien für Diagnostik und Therapie.

Unsere speziellen Kenntnisse und Erfahrungen beziehen sich auf die Diagnose und Therapie. Dabei sind die häufig angesprochenen Themen in unserer Kinderorthopädischen Sprechstunde:

  • Hüfterkrankungen beim Säugling und Heranwachsenden
  • Wirbelsäulenfunktionsstörungen, KISS-Syndrom/Tonusasymmetrie (siehe unten "Manualtherapie")
  • Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen, Kyphose, Lordose der Wirbelsäule)
  • Fuß- und Sprunggelenksfehlstellungen (Klumpfuß, Sichelfuß, Knick-, Senk-, und Spreizfuß)
  • Unfallärztliche Behandlung von Kindern mit Akut- und Nachfolgetherapie
  • Wachstumsanalysen zur Bestimmung der Körperendgröße einschließlich ihrer therapeutischen Konsequenzen
  • Achsen- und Drehfehlstellungen der Beine und Arme am wachsenden Kind (X-Bein, O-Bein, Torsionssyndrome)
  • Sport- und Schultauglichkeit
  • Bewegungsanalysen am körperlich und/oder geistig behinderten Kind unter Berücksichtigung ihrer therapeutischen Möglichkeiten
  • Orthopädietechnische Versorgung des Kindes
  • Operationsplanung mit kooperierenden Kliniken

Unser Ziel ist es, die therapeutischen Maßnahmen bei ihrem Kind auf das notwendige Maß zu lenken. Dabei möchten wir bei unserer Therapie die Bewegungs- und Lebensfreude ihres Kindes in den Vordergrund stellen.

 

Manualtherapie bei Kindern

Eine ungestörte Entwicklung des Kindes setzt eine regelrechte Verarbeitung von Umwelteinflüssen voraus. Der Säugling durchläuft daher von Natur aus ein bestimmtes Entwicklungsprogramm mit vielen Einzelschritten. Allgemein bekannte Meilensteine sind z.B. das Drehen von Rücken- in Bauchlage, das Krabbeln und natürlich der Laufbeginn. Zunehmende handmotorische Fähigkeiten dienen dem „Begreifen“ der Umwelt.

Durch eine Bewegungsstörung (Blockierung) v.a. von Gelenken der Wirbelsäule kann diese motorische Entwicklung gestört werden. Dabei sind nicht immer die so genannten Kopfgelenke schuld, wie der Begriff KISS (=Kopfgelenkinduzierte Symmetriestörung) vermuten lässt. Ursächliche Blockierungen können auch in anderen Bereichen der Wirbelsäule vorliegen. Wir sprechen daher neutral von einer Tonusasymmetrie (bzw. TAS= Tonusasymmetriesyndrom).

Die Symptome bei KISS oder TAS sind vielfältig. Häufig fällt den Eltern auf, dass ihr Kind den Kopf nur zu einer Seite dreht und/oder ganz schief auf dem Wickeltisch liegt. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Verformung des Kopfes (Plagiozephalus) kommen. Eine Abneigung gegen die Bauchlage in den ersten Monaten und eine betonte Streckung der Halswirbelsäule mit Rückneigung des Kopfes ist ebenso häufig.

Der erfahrene Kinderorthopäde kann im Rahmen der Untersuchung den Stand der motorischen Entwicklung beurteilen. Eine motorische Entwicklungsverzögerung, z.B. im Rahmen eines KISS-bzw. Tonusasymmetriesyndroms, kann von anderen gesundheitlichen Störungen abgegrenzt werden.

Die Untersuchung und Behandlung ist für die Kinder nicht schmerzhaft. Ähnlich der normalen kinderärztlichen Untersuchung werden zunächst frühkindliche Reaktions- und Reflexmuster geprüft. Dann erfolgt die Prüfung der regelrechten Gelenkbeweglichkeit in verschiedenen Abschnitten des Bewegungsapparates. In diesem Zusammenhang können Blockierungen bereits mit sanften manualmedizinischen Techniken gelöst werden. Diese Grifftechniken beim Säugling und Kleinkind sind nicht mit dem „Einrenken“ vergleichbar und erfordern eine besondere manualmedizinische Ausbildung.

 

Atlastherapie

Der Atlas ist der erste Halswirbel. An ihm sowie dem zweiten Halswirbel und dem Hinterhaupt setzen Muskeln an, die für die Körperwahrnehmung von großer Bedeutung sind. Sie enthalten viele Sinneszellen, die mit dem oberen Rückenmark in Verbindung stehen und wichtig für den Gleichgewichtssinn und die Bewegungssteuerung sind.

Beim Säugling ist eine regelrechte Funktion dieser Strukturen besonders wichtig für die motorische Entwicklung. Die Atlastherapie kommt entsprechend häufig beim sog. KISS- oder Tonusasymmetriesyndrom (siehe oben) zum Einsatz. Hier ist häufig sogar eine einmalige Behandlung ausreichend.

Bei älteren Kindern und Erwachsenen spielt die Atlastherapie bei der Behandlung von bestimmten Arten von Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, sowie wiederkehrenden Blockierungen eine Rolle.

Mit der Atlastherapie wird die Wahrnehmung über o.g. Sinneszellen wirksam beeinflusst, wobei die Methode sanfter ist als sonstige manualmedizinische bzw. chirotherapeutische Techniken.

Nach einer gründlichen Untersuchung, üblicherweise mit einer speziellen Röntgenaufnahme der oberen Halswirbelsäule, steht die individuelle Behandlungsrichtung fest. Diese Festlegung sowie die korrekte Dosierung und Platzierung des therapeutischen Impulses stellen die eigentliche therapeutische Herausforderung dar. Eine besondere Ausbildung des behandelnden Arztes ist daher Voraussetzung.

Der Impuls auf den Seitenfortsatz des ersten Halswirbels wird mit der Mittelfingerkuppe ausgeübt. Dabei wird kein Gelenk wieder „eingerenkt“, wie gelegentlich vermutet wird. Der ultrakurze Impuls bewirkt eine veränderte Wahrnehmung über o.g. Sinneszellen der Nackenregion und führt zu einer Veränderung des Spannungszustandes der Muskulatur. Eine erste Veränderung des Untersuchungsbefundes z.B. bei der Prüfung von Lage- bzw. Gleichgewichtsreaktionen sollte sich bereits direkt nach erfolgreicher Atlastherapie überprüfen lassen.

Technisch bedingt ist bei korrekter Durchführung der Atlastherapie keine Verletzung von Gelenkkapseln oder anderen wichtigen Strukturen der Wirbelsäule möglich. Behandlungstypische Risiken bzw. Komplikationen sind in dieser Hinsicht nicht bekannt. Nicht zuletzt deshalb nimmt die Atlastherapie bereits im Säuglingsalter einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung von Bewegungsstörungen ein.